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Installationen

odin odin odin odin odin odin odin ODIN A4

Eine Ausstellung im KunstsalonG des Schweinfurter Kunstvereins 2013. Der Ausstellungsraum ist 34m lang. Besucher können einen Weg durch die ca. 5000 DINA4 Blätter finden. 
Das DINA4 Format begleitet unseren Lebensweg, von der Geburtsurkunde über Schulzeugnisse, amtliche Vermerke und Formulare, Werbebriefe, Mahnschreiben, Bewerbungsunterlagen, Gutachten, über Rechnungen, Zulassungsbelege und Personalakten bis hin zum Totenschein. Ein genormtes, bürokratisches Format, dem nahezu gottähnliche Bedeutungsdichte zufällt; als Hoffnungsträger, als Zensur und als letzte Instanz. In einem kurzen Film kann die Installation virtuell durchschritten werden. 



nest nest nest nest nest  Das Nest

Aufbau in der 18m-Galerie / Frühjahr 2008 und zur Ostrale 2011. Das NEST: angefüllt mit Gewirren, Verästelungen, Adern, Netzen, Kreuzungen, Knoten, Fäden, Nestern, Maschen, Mustern, Spiralen, Irrgärten, Haaren, Verflechtungen, Verbindungen, Röhren, Kanälen. Sie bedecken die gesamten Wände und die Decke des Nestes. Beleuchtet nur von einer nackten, herabhängenden Glühbirne. Der Raum kann durch eine Tür betreten werden. Eine Auseinandersetzung mit dem Versuch, die Übersicht zu bewahren.
Nestkonstruktion: eine höhere Ordnung bei unterschwelligem Durcheinander. Es erinnert an die faustische Suche nach dem, was die Welt zusammenhält. Das lässt sich materiell begreifen - etwas Einfaches und Stabiles besteht aus Komplexem und Fragilem - so wie auch spirituell - Unruhiges und Verwirrendes sucht Halt in Übergeordnetem und Verbindendem.
Die Türe verschließen und von allen Seiten von Bildern umgeben sein. Als ob man in meinem Gehirn stehen würde. Bilder, die ich in den letzten Jahren meines Lebens angesammelt habe. Die Bilder, die mich bewegen. Es wird einem warm hier drin. Eine visuelle Schwitzhütte. Ein Transformator. Die Isolierung, die Glühbirne, die Informationsüberflutung - Sehen wird hier drin zu schweißtreibender Arbeit. Erleichterung beim Herauskommen aus diesem Brutkasten. Weiße Wände - wie erleichternd nach diesem Rausch der Bilder, Strukturen, visuellen Überschwemmungen!



 Das Raumklavier

Interaktives Projekt während eines 5-wöchigen Artist-in-Residence Aufenthalts 2014 auf dem KulturGut Poggenhagen. Einem alten Klavier werden Gussrahmen, Saiten und Rückwand entfernt. Statt dessen werden vielerlei Klangobjekte im Raum an Holzgerüsten angebracht, die mittels Schnüren, Drähten oder Holzleisten durch die Klaviertastatur angespielt werden können. Zum Teil wurden auch die einzelnen Klavierhämmer ausgebaut und direkt an den Objekten angesetzt. Im Raum einer alten Scheune rasselt, scheppert, gongt, klingelt, trommelt und quietscht es. Eine alte Uhr schlägt, Steine plumpsen in einen Bottich mit Wasser, ein großes Blech donnert, Kastagnetten klappern, ein Sektglas wird angeschlagen, ein hohler Puppenkopf schlägt dumpf gegen eine Zinkwanne.  

kleine Murmuration

Ein zerlegtes Klavier, 88 Tasten verteilt auf 31 Bretter. Die Klavierhämmer schlagen gegen Metall aller Art: Kreissägeblätter, eine Thermoskanne, Weißblechdosen, Blechkanister, Drähte, Saiten, Feuerschale und Fuß eines Grills, ein Ofenrohr, Kuhglocken
Zu erleben war die Installation zur Blauen Nacht in Nürnberg / Mai 2016 in der Kartäuserkirche innerhalb des Germanischen Nationalmuseums.
Murmuration bezeichnet die unglaublichen Formationen, die alljährlich zu beobachten sind, wenn abertausende von Staren sich für den Flug in den Süden versammeln. Dabei entstehen „Wolken“ in schneller und ständiger Bewegung, die sich über den Himmel dehnen und zusammenziehen, ohne dass jemals zwei Vögel zusammmenstoßen würden. Aus der Bewegung vieler einzelner Tiere entsteht ein größeres, übergeordnetes, atmendes Wesen.



eckigemilch1  Eckige Milch

Installation im Gastatelier der BLO-Ateliers/Berlin 2012. Papierbahnen, die waagrecht und senkrecht durch den Raum gespannt sind. Die Betrachter können nicht bis in jeden Winkel der Installation vordringen, aber man gelangt problemlos in die Mitte. Die zahlreichen Bilder, die durch diese Installation im Raum fixiert sind, zeigen Menschen, Tiere und Pflanzen, die unnatürlich eckig geformt sind. Kantige Wesen, als Würfel oder Quader abgebildet, oder in kleine Quadrate zerlegt bzw. sich aus solchen zusammensetzend. Über kubistische Bilder und Roboter bis hin zu Särgen; Schweine mit integrierten Schubladen, eckig gegossene Milch, Kartonmenschen, Wassermelonen in Würfelform, gepixelte Figuren, in Kästen eingeschlossene Körper, kantige, gerasterte, eingegitterte Menschen, Quadratköpfe, kleinkarierte Neurosen.
Oftmals zeugen diese in rechten Winkeln eingefangenen Körper von Funktionalität und Anpassung.  Organische Unregelmäßigkeiten werden wegrationalisiert. Kisten und Schachteln sind stapelbar, platzsparend und effektiv. Wer rechtwinklig träumt, der lässt sich besser einordnen. Wer eckig denkt, lebt passgerecht.




 plastophysiologisches Neuronenriff

Installation zum artbreit Festival 2014 in Marktbreit. 



 kleine Befruchtungsszenerie 

Installation entstand anlässlich des 3. Offenen Ateliers am Rothaarsteig in Brilon an der Hiebammenhütte und erhielt den Kunstpreis Östliches Sauerland 2014 der vom
Kunstverein Östliches Sauerland ausgeschrieben wurde.



plastinfo1 plastinfo2 plastinfo3 plastinfo4 plastinfo5 plastinfo6 plastinfo7  plastophysiologische Informationsblase

Installation zum Mystique Kunstfestival 2013 in Magdeburg, organisiert von www.kulturanker.de  Hierzu gibt es auch einen kurzen  Film
Die Installation besteht aus verschiedenen, transparenten Plastikfolien, gesammelt in Märkten, Einkaufshallen, Recyclinghöfen. Nur durch den Türrahmen erhält man Einblick, der Raum selbst kann nicht mehr betreten werden. Fotos von mir in der Blase dienen hier der Verdeutlichung der Maße der Informationsblase: Länge ca.3m - Breite ca. 2m Höhe ca.2m




 kleine Explosion

Durchmesser ca. 3,50m - Fichtenholzlatten. www.schlosspark-stammheim.com Installation im Skulpturengarten des Schlossparks Stammheim in Köln 
Die Berliner Version wurde von mir während des CUT-Performancefestivals in den BLO-Ateliers verbrannt. www.openspace32.de





 Flüchtiges Gebäude

Eine Arbeit für die Ausstellung 'Kunst-Obdachlos' 2008 im Stadtbad Steglitz organisiert von www.kulturring.org
Ein Haus aus 17 deutschen Ausgaben der 'Financial Times'. 2,30m breit, 3,20m lang und 2,50m hoch (mit Giebel 3,50m hoch). 
Ohne zusätzliches Baumaterial, lediglich an Schnüren aufgehängt, schweben die Zeitungen in der Mitte einer ehemaligen Schwimmbadhalle und bewegen sich sanft bei leichtem Luftzug. Für das Projekt 'Kunst – Obdachlos' konnte diese Halle temporär genutzt werden. Obdachlose KünstlerInnen waren ebenso vertreten wie wohnhafte KünstlerInnen, die sich mit dem Thema beschäftigt hatten.




unablässig  unablässig

beschriebener Raum (5,00m lang x 3,30m breit x 2,60m hoch) zum Kunstkarrée 2010 in Schweinfurt
... unablässig spinnt sie das Gewebe, reiht einen Knoten an den anderen … Textur Verbindung Zusammenhang Konstruktion Faden Sammlung Schnittpunkte Reihung Gedanke Netz System Einordnung Akkumulation Konglomerat Verkettung Verfilzung Ballung Gewöll Hirnwindung Bedeutung Kern Wohnung Quintessenz Facetten Mosaik Knoten Verstrickung Flechtwerk Verdichtung Information … wer A sagt, wird auch Z sagen … unablässig strömen Erinnerungen in die Wohnung und legen sich wie Staub auf die Möbel … man sagt, die Welt sei rund ... viereckig aber erscheint sie mir, wenn ich sie durch mein Fenster betrachte … die Sehnsucht nach einem Zuhause kollidiert mit der Schwierigkeit, es im Dickicht zu finden … der Körper des Berges zögert an meinem Fenster ... wie kann man hier herein, wenn man der Berg ist; wenn man zur Höhe hin, mit Felsen und Steinen, ein Stück der Erde ist, vom Himmel verwandelt ...



  gewahnsam verhauste Umwohnung

Installation zur Höhler Biennale 2015 in Gera. Besucher können sich am Eingang einer unbeleuchteten 5m langen Nische des Kellergewölbes zwei schwache Taschenlampen anknipsen und damit die Höhle erforschen. Die stark eingeschränkte Sicht in dem Gewölbe verstärkt das Gefühl, von den Umwucherungen umhüllt zu werden, je tiefer man vordringt.
Eine dunkle Grotte, ein versponnener Tunnel, die Behausung einer unbekannten, nicht in Erscheinung tretenden Kreatur. Ein sich verengendes düsteres Geflecht aus haarigem, knorrigem, knarzigem, gewölligem Material. Ineinander verwoben und verschränkt ergeben die undurchdringbaren Widerspenstigkeiten einen verhausten Schlund.



das ummichherumangehäufte das ummichherumangehäufte   Das Ummichherumangehäufte

Installation - hier in der Schaubühne Lindenfels / Leipzig 2009 und auf der Ostrale in Dresden 2011.
Die Welt formt mich. Ich forme die Welt. Ich lebe in der Welt. Die Welt lebt in mir. Das UMMICHHERUMANGEHÄUFTE ist Wohnort von Erinnerung und Gelebtem. Ein hohler Berg aus Informationen. Eine Struktur, die meine Gedanken nährt. Manche Gedanken wohnen in einer dunklen Kammer. Manche Gedanken sind überall zu Hause. Mein Haus ist ein Nest in der Welt. Ein Nest aus toten Zeitungen. Das Leben formt. Ich werde zu dem, was ich denke, in meinem Haus, in meinem Kleid. Die Zeit furcht ein Gedankennetz in meinen Kopf.
Ein intimer, abgeschotteter Raum, geformt aus einem öffentlichen, jedem zugänglichen Medium: der Zeitung.  (Größe etwa 4,50m lang, 2,20m hoch, 1,00m breit)




  Bildschirm I und II 

Installation zur Ausstellung 'Schwarze Kunst und Neue Medien' - 4. Kulturforum im Zeughaus Schweinfurt, das ehemalige Verlagshaus der lokalen Zeitung, 2009.
Geknüllte Zeitungen, geballte Informationen. Der Bildschirm, das neue, digitale Medium, wird imitiert vom alten, gedruckten Medium Zeitung. Eine Fläche, gebildet aus Punkten, in einem Raum, durchschnitten von Linien. Ein Netz, in dem sich Pixel verheddern. Aus Textelementen werden Bildträger. Das Einfangen komprimierter Informationsatome - vergleichbar dem Fischen mit großen Netzen, dem Fliegenfangen im Spinnennetz, dem Auftreffen des Elektronenstrahls auf der Mattscheibe oder auch dem Papierschöpfen – dem Erzeugen einer ebenen Fläche aus ursprünglichem Durcheinander. Von Medien erwarten wir, dass sie im Gewirr der Informationen Ordnung schaffen und Dinge auf den Punkt bringen; dass sie uns wohl und recht informieren. Dabei liefern Medien immer nur einen gewissen Ausschnitt der Wirklichkeit. Sie ziehen gleichsam ihre eigene Ebene durch den Raum der Schnüre und manifestieren ihre eigenen Behauptungen. Sie liefern ein mögliches Abbild der Realität, auf welches wiederum Leser und Betrachter ihre eigenen Gedanken werfen.
Die Ausstellung wurde organisiert vom kulturpackt



 

Performance


  Realklotz

Eine Arbeit über die Frage, wie ich Realität konstruiere und wie die Realität mich konstruiert.
Galerie Nord, 2008. Ich durchquere einen Raum - ziehe einen Faden hinter mir her - werde mit Zetteln beklebt - setze den Kopfkasten auf einen Sockel.




  Je sus desto süßer

Durchbeiß-Performance im Kulturpalast Wedding 2009. 

Zwei Kieferholzlatten in der Raummitte an zwei stehenden Balken festgenagelt. An den Seiten eine Bildersammlung gekreuzigter Wesen: ein Fakir, ein Frosch, eine Ratte, ein Jesus aus Zigaretten, eine blutüberströmte Frau, ein Jesus mit Gasmaske, Jesus als Anziehpuppe, das Kreuz als Bürste usw... was sich alles an Kreuzvarianten finden lässt. Vier Menschen aus dem Publikum schreiben mir mit brauner Farbe aus einem Honigglas die Worte je, sus, desto und süßer auf den Rücken. Dann knie ich mich vor die Holzlatten und beginne, sie durchzubeißen. Das knacksende Geräusch der absplitternden Holzfasern. Einige wenige Male werfe ich eine Prise Konfetti in die Luft; etwas ausgiebiger, wenn die erste Latte durchbrochen ist. Mache mich sogleich wieder ans Durchbeißen. Auch die zweite Latte bricht und fällt. Ein letztes Mal Konfetti werfen. Der Weg ist frei.




  Paintboxing

Performance zur Magistrale 2007 an der Potsdamer Straße. Aus harten Prügeln wurden bunte Konfetti.




    Nullhundertnullundnullzig

Performance im Kulturpalast Wedding 2010 zusammen mit Mahela Rostek. Der Tisch ist vollständig bedeckt mit gelben, roten, blauen, grünen, orangenen, braunen Schokokugeln, schokolierte Erdnüsse, bunte, lustige Happy-Atome, Frohsinns-Bausteine. Mit stoischer Mine lässt mir meine Partnerin eine nach der anderen in den offenen Mund fallen. Anfangs ist mein Mund leer. Keine der Schokokugeln zerkaue ich, mein Mund füllt sich mit ihnen an, schließlich laufen sie über und kullern aus meinem Mund heraus. Meine Partnerin fährt unbeirrt fort. Nach einer Stunde stehe ich auf, die restlichen Schokoteile fallen mir aus dem Mund, wir gehen ab.